Ungezwungene Bewegung

Nachdem Sie Ihre eigenen und dann auch die Bewegungsmuster anderer beobachtet haben, »übernehmen« Sie bitte heute einmal die Muster anderer.

Ahmen Sie nach, was Sie sehen.

Die auswärts oder einwärts gedrehten Füße, die hochgezogene Schulter, den zur Seite geneigten Kopf, die Kontraktion der Vorder- oder Rückseite des Körpers (Stop- oder Startreflex), die weit geöffneten oder zusammengekniffenen Augen, den verspannten Kiefer, den zurückgehaltenen Atem, all das, was Ihnen bei anderen unbewusstes, automatisiertes Verhalten zu sein scheint.

Es ist gar nicht notwendig, dass Sie den anderen vollends »spiegeln«, es reicht aus, einen winzig kleinen Schritt in Richtung dessen zu gehen, was Sie als Muster identifiziert haben.

Und nehmen Sie wahr, dass Sie in dem Moment, da Sie ihr eigenes Muster verlassen, schnell das Gefühl gewinnen, anderen müsse doch auffallen, was Sie da tun.

Das Muster anderer nachzuspielen kann eine kleine »shame attack« sein, zu der Sie sich etwas überwinden müssen.

Nicht der anderen wegen, sondern weil das, was wir mit unserem Körper sagen (unsere Körpersprache), so aussagekräftig ist.

Nachdem Sie einige Zeit lang fremde Muster nachgeahmt haben, spielen Sie auch einmal Ihr eigenes Muster nach, so als wenn es ein fremdes wäre.

Wie das?

Übertreiben Sie einfach spielerisch das, was Sie immer tun.

Fragen Sie sich zum Beispiel, wie Sie sich bewegen würden, wenn Sie ein bisschen müder wären, als Sie es gerade sind, und tun Sie so als ob.

Wenn wir müde sind, tun wir oft noch ein bisschen mehr von dem, was wir unnötigerweise tun.

Wie weit müssten Sie gehen, bis das, was Sie da spielerisch tun, tatsächlich auffallen würde?

Erfahrungsgemäß können Sie da sehr weit gehen.

Was − zumindest ab einem bestimmten Alter − wirklich auffällt, ist natürliche, ungezwungene, freie Bewegung.

Die aber können Sie nicht einfach so spielen.

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