Try to forget?

Irgendwo auf dieser Seite, ganz im Verborgenen, findet sich der Satz:

Try to forget: www.senefelder33.de

So spaßig die Formulierung zu sein scheint, so ernst ist der kommunikationstheoretische Hintergrund.

Was löst diese Formulierung aus: ein Vergessen oder ein Erinnern?

Im zeitlos gültigen Klassiker Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück antwortet Meister Yoda auf die Aussage Luke Skywalkers „All right, I’ll give it a try” mit dem Satz:

„No. Try not. Do … or do not. There is no try.”

Versuchen ist kein Tun.

Es ist bloß ein Wort.

Ein Wort, das Scheitern unterstellt.

Versuchen Sie jetzt einmal weiterzulesen.

Versuchen Sie aufzustehen oder sich hinzusetzen, versuchen Sie weiterzuatmen, versuchen Sie das zu verstehen, was ich Ihnen hier vermitteln möchte!

Das nicht gesagte, immer aber mitgedachte Wort ist ‘vergeblich’.

Versuchen Sie jetzt einmal (vergeblich) weiterzulesen.

Und wenn es Ihnen dennoch gelingt:

Versuche ich Ihnen hier das Wort ‘versuchen’ auszureden?

Nein.

Im Gegenteil.

Ich empfehle Ihnen, achtsam zu sein und dieses Wort so zu benutzen, wie es gemeint ist.

Sätze, denen ein implizites Scheitern überhaupt nicht schadet, sind solche Sätze wie:

Versuchen Sie einmal, sich richtig schlecht zu fühlen.

Versuchen Sie einmal, sich an ein ganz unangenehmes Erlebnis aus Ihrer Vergangenheit zu erinnern.

Versuchen Sie, nicht an diesen kleinen Elefanten mit seinem rosaroten Rüsselchen zu denken, der immer so glücklich ist!

Versuchen Sie, nicht an die Zahl 33 zu denken.

Vor allem aber: Versuchen Sie zu vermeiden, dass die gerade gewonnene Erkenntnis Ihre kommunikative Kompetenz weiter erhöht.

Versuchen Sie es.

Vergeblich.

(Ganz ähnlich: nicht leicht zu merken …)

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