Räum deine Wohnung auf

Von Moritz Bleibtreu las ich einmal den Satz: »Wenn’s dir scheiße geht, räum deine Wohnung auf.«

Tatsächlich gibt einem der Akt des Aufräumens ein Gefühl der Kontrolle zurück, das man in Situationen, in denen es einem richtig schlecht geht, verloren zu haben meint.

Es muss nicht unbedingt die Wohnung sein, es kann auch das Portemonnaie, die Handtasche, das Auto, der Keller, der Dachboden sein, irgendetwas, das uns auf subtile Weise glauben lässt, wir hätten unser Leben teilweise aus der Hand gegeben und an die Dinge verloren.

Die Kontrolle zurückzugewinnen ist leicht, denn die Dinge können sich nicht wehren.

Und wären sie lebendig, würden sie Sie wahrscheinlich darum bitten.

Bitte räumen Sie doch heute noch irgendetwas auf, das Sie ansonsten heute nicht aufgeräumt hätten.

Nur scheinbar ein Widerspruch: → Aufräumen verboten!

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