Mehr Präsenz

Sich seiner selbst und seiner Bewegungsmuster gewahr und dann immer bewusster zu werden, ist der erste Schritt zu mehr Präsenz.

Fragen Sie sich heute, den Tag über, immer mal wieder, wie ohne Absicht:

Warum bewege ich mich eigentlich so, wie ich es gerade tue?

Warum sitze ich so, wie ich gerade jetzt sitze?

Warum ziehe ich meine Schulter hoch, wenn ich meinen Arm hebe, um Gabel oder Tasse zum Mund zu führen?

Warum ziehe ich meinen Kopf in den Nacken, bevor ich aufstehe?

Warum spanne ich meine Bauchmuskeln an beim Stehen und beim Gehen?

Warum richte ich mich neu aus und verlagere mein Gewicht, bevor ich losgehe, nachdem ich einige Zeit gestanden habe?

Warum atme ich ein, bevor ich etwas sage, obwohl ich noch genügend Luft für viele Sätze habe?

Warum halte ich meinen Atem an, wenn ich etwas fokussiere?

Warum verspanne ich meine Zunge, wenn ich konzentriert an etwas Bestimmtes denke?

Beispiele, die Sie bitte ersetzen durch das, was Ihnen jetzt schon aufzufallen beginnt.

Tue ich dies alles, weil ich es mir angewöhnt habe und es ohne Bewusstheit immer so und nie anders mache oder weil es der Situation angemessen ist?

Viele der Bewegungen, die wir uns angewöhnt haben und die wir ständig wiederholen, sind unangemessen, vor allem: zu viel des Guten.

Relikte aus längst vergangenen Tagen, Ausdruck fehlerhafter Landkarten, die wir uns von unserem Körper gezeichnet haben, Folgeerscheinungen sensomotorischer Amnesien.

Weniger wäre meistens mehr. Zu wenig tun wir selten.

Lassen Sie sich überraschen, wie oft Sie sich heute ganz unvermittelt die Frage stellen: Warum bewege ich mich eigentlich so, wie ich es gerade tue? Oder allgemeiner formuliert: Warum verhalte ich mich eigentlich so, wie ich mich gerade verhalte?

Nehmen Sie wahr, wie sehr Sie in unbewussten, automatisch ablaufenden Mustern leben und verändern Sie vorerst nichts.

Nehmen Sie einfach nur wahr, dass Ihnen immer mehr dieser Muster aufzufallen beginnen, nachdem Sie sich entschieden haben, einmal explizit darauf zu achten.

Und mit jedem einzelnen Muster, das Ihnen auffällt, und das Sie wahrnehmen, ohne es zu verändern, treten Sie ein in den gegenwärtigen Moment, werden präsenter, immer wieder, für einen kurzen Moment.

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