Nicht nicht kommunizieren

Eine der wichtigsten Errungenschaften der Sprachwissenschaft des 20. Jahrhunderts war die Erkenntnis Paul Watzlawicks:



Man kann nicht nicht kommunizieren.


(Menschliche Kommunikation, 1969)



Man mag darüber streiten, ob dieser Satz im philosophischen Sinne sinnvoll formuliert ist (und es ist viel darüber gestritten worden), eines ist sicher:



Den meisten, die ihn lesen, ist unmittelbar einsichtig, was gemeint ist.



Das nicht Gesagte, nicht Geschriebene, nicht Getane ist Kommunikation ebenso wie das tatsächlich Gesagte, tatsächlich Geschriebene, tatsächlich Getane.



Und es hat oftmals größere (kommunikative) Kraft.



Denken Sie bitte einmal an ein Beispiel in Ihrem Leben, in dem ein nicht gesagtes Wort, ein nicht geschriebener Brief, ein nicht geführtes Telefonat eine Information eindeutiger kommunizierte, als es das gesagte Wort, der geschriebene Brief, das geführte Telefonat hätte tun können.



Und wie immer, wenn Sie sich an etwas erinnern, das Ihnen vielleicht unerwünscht unangenehme Gefühle bereiten könnte:



Tun Sie´s dissoziiert. Sehen Sie sich selbst, von außen, in dieser Situation damals dort. Verkleinern Sie das Bild, schieben Sie es etwas weiter weg, verändern Sie es, auch das, was zu hören ist, auf eine Weise, die Ihnen angenehm ist. So wird´s leichter, daraus zu lernen.



Und nehmen Sie wahr, wie viel Kraft in dem liegt, was man gemeinhin »nicht kommunizieren« nennt.



Es muss nicht immer eine CoachingMail sein, die mit Kommunikation überschrieben ist und die »nicht kommuniziert«.



Auch wenn sie viele und überaus lebendige Reaktionen provoziert hat.

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