Lange Beine

In der Mitte Ihres Körpers − zwischen Scheitel und Sohle − befinden sich Ihre Hüftgelenke.

Führt man ein Bein nach oben Richtung Kopf, erreicht die Sohle die Höhe des Scheitels.

(Für den Fall, dass Sie das aus ganz unerfindlichen Gründen gerade nicht machen wollen: Sie können es zur Not auch ausmessen.)

Sollten Sie die Mitte Ihres Körpers höher angesetzt haben − etwa auf Höhe Ihres Bauchnabels oder zwei Fingerbreit darunter (die Stelle, die die Japaner Hara nennen − das »Gravitationszentrum« des Körpers), machen Sie sich kurz einmal bewusst, dass Ihre Beine tatsächlich länger sind, als Sie dachten.

Die Hüftgelenke liegen etwa in der Mitte der Leisten, »innen« im Körper.

Der Knochen, den man an der Außenseite der Hüfte spüren kann, wenn man sein Gewicht auf einen Fuß und das Becken zu dieser Seite hin verlagert, ist nicht das Hüftgelenk, sondern der große Trochanter, ein Teil des Oberschenkelknochens, der von hier aus Richtung Hüftgelenk ins Zentrum des Körpers zieht.

Machmal werden Schmerzen am Trochanter irrtümlicherweise für Hüftgelenksschmerzen gehalten.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie tief eigentlich die Hüftgelenke liegen.

Und da im Gegenzug das Hals-Kopf-Gelenk in der Regel tiefer vermutet wird als es (auf Höhe Ihrer Nasenspitze!) liegt, wird die tatsächliche Länge zwischen Hals-Kopf-Gelenken und Hüft-Gelenken nicht realisiert.

Das Kniegelenk liegt − im Stehen − deutlich unterhalb (!) der Kniescheibe.

Die Entfernung zwischen Kniegelenk und Hüftgelenk ist somit etwas größer als vielleicht gedacht.

Und die Entfernung zwischen Knie und Fuß etwas kleiner.

Die Bewegungsachse des oberen Sprunggelenks (das für das Heben und Senken des Fußes zuständig ist) liegt zwischen den Fußknöcheln.

Auch die Lage des Sprunggelenks wird häufig falsch und zu tief eingeschätzt.

Fuß und Bein treffen sich tatsächlich in einiger Höhe, und vor allem auch etwas weiter vorn.

Denken Sie einmal an eine Kinderzeichnung, auf der Fuß und Bein meistens noch als L (hier das linke Bein) dargestellt werden, das Sprunggelenk dort, wo sich in Wirklichkeit die Ferse befindet.

Wird die fehlerhafte Body Map, die einer solchen Kinderzeichnung zu Grunde liegt, im Laufe der Zeit nicht reflektiert, bleibt es dabei und noch der Erwachsene kennt sich nicht.

Machen Sie sich die tatsächlichen Längenverhältnisse zwischen Ihren Gelenken einmal sehr deutlich bewusst.

Und setzen Sie dann − in Ihrer Vorstellung − Ihre Hals-Kopf-Gelenke noch etwas höher an (übertreiben Sie in Ihrer Vorstellung ruhig ein wenig!), Ihre Hüftgelenke etwas tiefer, Ihre Kniegelenke etwas tiefer, Ihre Sprunggelenke etwas höher und weiter vorn.

Eins nach dem anderen bedenkend, im Wechsel, mal dieses im Blick, mal jenes.

Im Sitzen und vor allem auch: im Stehen und im Gehen.

Die Länge zwischen Hals-Kopf-Gelenk (höher!) und Hüftgelenk (tiefer!), Hüftgelenk (tiefer!) und Kniegelenk (tiefer!), Kniegelenk (tiefer!) und Fußgelenk (höher!), Hals-Kopf-Gelenk (höher!) und Knie-Gelenk (tiefer!), Hüft-Gelenk (tiefer!) und Fußgelenk (höher!) etc.

Und nehmen Sie wahr, wie sich die Wahrnehmung Ihrer selbst verändert.

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