Kareen Dannhauer: Hebammenbriefe

Die 16. Schwangerschaftswoche

Das Baby in Ihrem Bauch ist jetzt etwa 15 cm groß und wiegt 200 Gramm. Finger- und Fußnägel sind jetzt gewachsen.

Und das Baby kann hören.

Zuerst konnte es dies schon über die Schwingungen und Resonanzen im ganzen Körper, und bald auch über das Trommelfell und das Innenohr. Im Bauch ist es nämlich keineswegs leise.

Die Geräusche in Ihrem Körper sind für das Baby wie in einem Resonanzraum schallverstärkt, die Klänge von außen sind etwas abgeschirmt und dumpfer. Permanent hört es also Ihren Herzschlag, das Rauschen des Blutes im Körper, Ihr Atmen, das Gluckern im Magen-Darm-Trakt. Es hört Sie − und es weiß, Sie sind da.

Dieses Grundgefühl von Geborgenheit spürt Ihr Baby in jedem einzelnen Moment und ist mit allen Sinnen mit Ihnen verbunden.

Auch Ihre Stimme lernt das Baby schon gut kennen, und an all das wird es sich natürlich auch nach der Geburt erinnern. Oft vermissen Babys auch diesen Klangteppich nach der Geburt − zusammen damit, dass das Baby Mama in ihrem eigenen Bettchen auch nicht mehr spüren kann − wacht es dann oft von dieser unbekannten Stille auf.

Aber dazu viel später mehr …

So langsam sind Sie sichtbar schwanger. Wenn Sie unter der Dusche an sich hinuntersehen, wölbt sich schon ein kleiner, runder Bauch. Sich auf den Bauch legen geht nicht mehr so gut, die Gebärmutter ist spürbar und der Druck möglicherweise unangenehm (»gefährlich« ist die Bauchlage aber nicht. Sie können Ihr Baby nicht »einquetschen« oder was auch immer. Es ist genug Platz in Ihrem Bauch und das Baby liegt sicher tief im Inneren Ihres Bauches, durch viele Schichten und das Fruchtwasser gut geschützt).

Auch die Hosen passen nun langsam nicht mehr. Wenn Sie Ihr zweites Baby erwarten, fühlen sie sich sicherlich schon viel »schwangerer« oder runder als in Ihrer ersten Schwangerschaft.

Mit dem Thema »Umstandskleidung« gehen die Frauen sehr unterschiedlich um. Einige decken sich mit dem vollen Sortiment ein, kaufen Hosen, Röcke, Kleider. Andere machen einen Sport daraus, möglichst gar nichts Derartiges zu kaufen. Die Mode und Schnitte der letzten Jahre waren da auch sehr zuvorkommend: Leggings plus Tunika − da kann frau den vorhandenen Kleiderschrankinhalt lange ganz normal weiternutzen.

Vieles ist abhängig von Faktoren, die nun mal so sind, wie sie sind: Einige Frauen nehmen 12 kg in ihrer Schwangerschaft zu, andere 25 kg (und da wird es mit den »Vorher-Hüfthosen« ziemlich schnell doch knapp − und nein, das ist nicht gerecht). Oder man ist im Sommer schwanger und kann Flatterkleidchen weiter gut kombinieren, oder im Winter (und mag es dann doch lieber kuschelig und angezogen um Bauch und Nieren).

Mein ganz subjektiver Tipp für eine Minimal-Ausstattung:

Eine vernünftige Schwangerschafts-Jeans. Nicht zu eng (25 kg verteilen sich nämlich nicht nur auf den Bauch − auch Ihre Waden werden Sie phasenweise kaum wiedererkennen), am besten mit Stretchteil zum Über-den-Bauch-Ziehen (ich persönlich finde, dass schwarzer Stoff da angezogener aussieht als blauer …). Es ist schwierig und manchmal schlicht Glückssache, eine Passform zu finden, die sowohl in Woche 15 als auch in Woche 41 gut passt. Mit meiner für 9,95 von H&M hatte ich Glück, mit der für 89,- von xy Pech.

Eine oder zwei Leggins: aber je nach Passform passen die »normalen« auch noch eine ganze Weile.

Ein paar normale Unterhemden, eine Konfektionsgröße größer als sonst und schön lang! Dann rutschen sie nicht aus der Hose, reicht meist auch mit richtig dickem Bauch.

Eine »Bauchbinde«: Das ist ein Jersey-Schlauch (im Sommer dünner T-Shirt-Stoff, für den Winter mittlerweile auch feines Wollgespinst, das schön wärmt − zum Beispiel von De-Colores), den man über den Bauch ziehen kann. Damit kann man zu kurze T-Shirts oder Unterhemden »verlängern«, so dass Kreuzbein und Nieren schön warm und auch »angezogen« bleiben.

Alles andere: sehr nach eigenem Geschmack und vorhandener Garderobe.

Und natürlich macht es großen Spaß, ein richtig hübsches Kleid zu kaufen. Feiern sie sich und das Schwangersein und suchen Sie sich ein Kleid aus, in dem Sie sich richtig toll fühlen. Trauen Sie sich: gerne auch schön bunt! Sie werden umwerfend aussehen!

Übrigens: falls Sie − in großer Shoppinglust − denken: naja, Klamotte lohnt sich im Moment ja nicht so richtig − aber Schuhe? Vorsicht: Auch die Füße verändern sich in der Schwangerschaft und werden genauso dick wie Ihr Bauch.

Zum einen neigen sie sehr bald zum Anschwellen (»Hatte ich nicht mal Knöchel?«). Das geht natürlich nach der Geburt wieder zurück (es gibt aber Frauen, denen passen am Ende der Schwangerschaft nur noch Flip-Flops. Im Winter sehr unpraktisch).

Zum anderen »wachsen« die Füße in der Schwangerschaft bei vielen Frauen auch um ca. eine halbe Größe − und das bleibt auch nach der Geburt so. Häufiger Grund: Durch das Östrogen werden die Bänder und Sehnen weicher, und zusammen mit dem bald schwerer zu tragenden Gewicht senkt sich das Fußgewöbe ein wenig nach unten − so dass der Fuß »länger« wird.

Also diesen Aspekt lieber mitdenken … und den Füßen auch gerne ein bisschen Wellness gönnen − mit einem entspannenden Fußbad, danach ausgiebigem Eincremen zuhause oder einer schicken Pediküre (bald wird Zehennägel lackieren auch sehr unpraktisch).

Bis zur nächsten Woche alles Gute und eine schöne Zeit!

Herzlich − Kareen Dannhauer, Hebamme → prenzlbaby.de

Disclosure: Ich liebe sie. Kareen Dannhauer und ihre Hebammenbriefe. Der eindeutig beste → Schwangerschafts-Newsletter der Welt.

Verwandte Themen

Bookmark and Share

Vorherige:

Nächste: