Introversion und Extraversion

Eine wichtige Unterscheidung, was Persönlichkeitsmerkmale oder Charaktereigenschaften angeht, ist die Unterscheidung zwischen Introversion und Extraversion.

Es handelt sich hierbei weniger um eindeutig definierte Pole, sondern eher um ein Kontinuum zwischen zwei Polen.

Sie werden, wenn Sie sich in den Randbereichen des Spektrums bewegen, sicher wissen, ob Sie ein intro- oder ein extravertierter Typ sind.

Wenn nicht oder wenn Sie sich nicht sicher sind, hier einmal das entscheidende und unterscheidende Kriterium.

Introvertierte Menschen brauchen die Stille, das Alleinsein, den Rückzug, um – und dies nun ist entscheidend – ihre Batterien wieder aufzuladen.

Extravertierte Menschen brauchen das Gegenteil: die Gemeinschaft mit anderen, auch fremden Menschen, das Gespräch, die zwischenmenschliche Kommunikation.

Mit dem, was einer tut oder zu tun vermag, solange seine Batterien noch nicht entladen sind, hat all das nichts oder wenig zu tun.

So kann der introvertierte Mensch in der Öffentlichkeit ebenso aus sich herausgehen wie der Extravertierte, ebenso zugewandt sein und kommunikativ.

Es erschöpft ihn nur mit der Zeit und er braucht etwas Ruhe, ganz für sich allein. Oder zusammen mit Menschen, die ihm vertraut sind und die er mag.

Der Extravertierte, der sich durch allzu langes Alleinsein erschöpft hat, blüht auf, wenn andere zugegen sind.

Warum ist das wichtig zu wissen?

Weil die Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch dieses entscheidende Kriterium manchmal etwas vernebeln.

(Auch wenn die lateinische Übersetzung „Das Sich-nach-innen/außen-Wenden” in die richtige Richtung weist.)

Entscheidend ist, dass das Sich-nach-innen/außen-Wenden die Zeit NACH dem Handeln beschreibt, nicht das Handeln selbst.

So hält sich mancher für extravertiert, der es gar nicht ist, nur weil er gerne auf der Bühne steht, redet und sich zeigt.

Ich habe im Telefoncoaching manchmal Klienten, die sich nicht bewusst sind, wie viel Alleinsein sie zur Regeneration eigentlich brauchen und die ganz erstaunt bemerken, wie sehr das Leben sich verändert, wenn sie ihren Bedürfnissen nachgeben und sich ganz bewusst etwas mehr „Zeit in Einsamkeit” nehmen.

Ich selbst* bin sehr introvertiert und brauche immer wieder solche Stunden oder Tage, um zu mir selbst zurückzufinden.

So sind meine Telefoncoachings (und auch mein Seminar) zum Thema „Freies Sprechen” vielleicht ganz besonders hilfreich für Menschen, die die Stille lieben.

Und die sie hin und wieder wirklich brauchen.

* auch wenn ich gerne auf der Bühne stehe, rede, einen Vortrag halte

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