Führungsverantwortung und Notwehr

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, die dafür sprechen, sich einmal mit der Thematik Notwehr auch praktisch auseinanderzusetzen. Sprich: ein Notwehrseminar zu besuchen.

Zweitens:

Es ist gut, in einer Notwehrsituation zu wissen, was zu tun ist, um mit hoher Wahrscheinlichkeit sicherzustellen, dass der Täter aufhört mit dem, was er tut. Auch wenn die meisten Frauen eine solche Situation nicht erleben werden – es sind zu viele, als dass man hier von Einzelfällen sprechen könnte. Die Vereinten Nationen geben an, dass weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben in eine Situation kommt, in der es um ihren Leib und ihr Leben geht.

Erstens:

Die Beschäftigung mit anti-sozialer Gewalt färbt ab aufs soziale Leben. Was mir Teilnehmerinnen im Nachhinein immer wieder berichten: dass sie auch in Kontexten sozialer Gewalt jetzt viel handlungsfähiger geworden seien. Weit über das hinaus, was sie zuvor für möglich gehalten haben. Ruhiger. Gelassener. Im Frieden.

Sobald sich die Annahme, man sei einem körperlich stärkeren Menschen in einer Notwehrsituation hilflos ausgeliefert, als irrig erwiesen hat, verändert sich auch das soziale, das von Regeln bestimmte Leben.

Gerade für Frauen in Führungspositionen kann dies der letzte entscheidende Schritt hin zu gelebter Führungsverantwortung sein.

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