Kommunizieren Sie so ganz ohne Sinn?

Vor Jahren schrieb ich einmal in einer CoachingMail:

(…) Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Menschen ihre innere Organisation auch wortsprachlich kommunizieren?

Innere Organisation meint hier:

So wie wir die Welt da draußen über unsere fünf Sinne (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken) erfahren, so ordnen wir auch unsere innere Welt.

Wir machen uns innere Bilder, hören innerlich Stimmen, Töne, Geräusche, Musik, sprechen mit uns selbst im inneren Dialog, empfinden, spüren nach, fühlen vor, riechen Rosen, die längst schon verblüht sind, schmecken Zitronen …

Und wir sagen es.

Und offenbaren damit, was wir innerlich tun:

Das ist mir noch nicht klar. Visuell

Das klingt wirklich gut. Auditiv

Ich hab das im Gefühl. Kinästhetisch

Dafür hat sie ein Näschen. Olfaktorisch

Das schmeckt mir nicht. Gustatorisch

Brilliante Aussichten V

Stimmiges Konzept A

Mach dir mal ein Bild davon. V

Da hab ich mir gesagt. A

Ich bin tief berührt. K

Das ist bitter. G

Farbe bekennen V

ins Ohr gehen A

im Brustton der Überzeugung A

ich fühle mich so beschwingt K

Das ist begreiflich. K

Lebensanschauung V

Das kratzt mich nicht. K

das Nachsehen haben V

Das leuchtet mir ein. V

Da wird einem ganz warm ums Herz. K

Das haut mich nicht um. K

vielversprechend A

Ich kann ein Lied davon singen. A

Die Dinge sind noch nicht spruchreif. A

Mir geht ein Licht auf. V

Lass mich mit diesem Gefühl in Kontakt kommen. K

Sonnenklar! V

(…)

_____

Das Konzept der sinnesspezifischen »Repräsentationssysteme« ist mittlerweile weithin bekannt. In allen NLP- und vielen Rhetorik-, Therapie- und Coaching-Ausbildungen wird dieses Wissen vermittelt.
Leider ist der Weg vom bloßen Wissen zu unbewusster Kompetenz auch hier weiter, als sich mancher wünscht. Die wenigsten, die ich kenne, wissen das, was sie da gelernt haben, kompetent und angemessen zu nutzen.

Wenn Sie sich mehr zu diesem Thema hier in den CoachingMails wünschen, lassen Sie es mich wissen. Ich habe da, basierend auf einer Untersuchung des deutschen Wortschatzes, die ich einmal im Rahmen meines sprachwissenschaftlichen Studiums in Hamburg vor etwa fünfundzwanzig Jahren zusammengestellt habe, mit etwa 2300 sinnesspezifischen Prädikaten noch einiges an Material.

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