Eingeparkt

»Frauen können nicht einparken und haben sowieso Probleme bei der Orientierung«. Dieses Urteil lässt sich sogar statistisch belegen, haben Studien gezeigt − doch US-Forscher sagen nun: Das liegt allein an der Erziehung und dem Einfluss der Gesellschaft.

In einer vergleichenden Studie fanden sie heraus, dass in einer weiblich dominierten Kultur die Unterschiede zwischen Mann und Frau verschwinden.

Die Forscher verglichen die Fähigkeiten zu räumlicher Vorstellungskraft bei zwei Stämmen im Nordosten Indiens.

Der spannende Unterschied zwischen den Karbi und den Khasi ist, dass erstere eine patriarchal geprägte Gesellschaftsform aufweisen – Frauen dürfen kein Land besitzen, alles Hab und Gut wird an die Söhne weitergegeben und so weiter.

Bei den Khasi hingegen entscheiden die Frauen, besitzen auch das Land und geben es an die jüngste Tochter weiter.

Insgesamt 1.279 Vertreter beider Stämme nahmen an den Tests zum räumlichen Denken teil.

Ergebnis: Männer des patriarchalischen Stammes brauchten um 36,4 Prozent weniger Zeit zum Lösen der Aufgaben als ihre Frauen.

Bei den Testpersonen des frauendominierten Stammes gab es hingegen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern – die Männer zeigten also keine bessere räumliche Vorstellungskraft als die Frauen.

(Quelle: Wissenschaftsticker v. 2.9.2011, www.wissenschaft.de, Moshe Hoffman et al.: PNAS, doi:10.1073/pnas.1015182108)

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