Die lange Zunge

Reden, sprechen, singen Sie viel, beruflich oder auch privat? Und möchten Sie dies (noch) leichter und müheloser tun?

Ein erster Schritt zu mehr Leichtigkeit: Lernen Sie sich selbst besser kennen und stellen Sie sicher, dass die Landkarte, die Sie sich von Ihrem Körper gezeichnet haben (Ihre innere Repräsentation) die Wirklichkeit tatsächlich so abbildet, wie sie ist. Je wirklichkeitsgetreuer Ihre innere Landkarte ist, desto leichter fällt Ihnen Bewegung. Haben Sie falsche Vorstellungen von sich selbst, machen Sie sich das Leben unnötig schwer.

(Wenn Sie zum Beispiel nicht wissen, um welche Achse Ihre Hand sich dreht [wo dreht sich da was um welche Achse?], werden Sie muskulär kompensieren. Die häufige Folge: Tennis- oder Mausellbogen, Sehnenscheidenentzündung, Karpaltunnelsyndrom etc. Ein leiser Hinweis Ihres Körpers: Lern mich doch bitte etwas besser kennen!)

Heute ein paar Worte zur Zunge.

Die Zunge ist ein besonderer Muskel. Normalerweise haben Muskeln die Funktion, Knochen relativ zueinander zu bewegen. (Beispiel: Ich kontrahiere meinen Bizeps und mein Unterarm beugt sich, relativ zum Oberarm. Ich kontrahiere meinen Trizeps und mein Unterarm streckt sich, relativ zum Oberarm.)

Die Zunge hat kein Bein, und bricht doch Stein und Bein.
(Vers, 13. Jahrhundert)

Die Zunge umschließt keinen Knochen (Bein ist ein altes deutsches Wort für Knochen – denken Sie an Eisbein, durch Mark und Bein, ich schwöre Stein und Bein, Gebein) und sie bewegt keinen Knochen.

Die Zunge bewegt sich selbst.

Sie besteht, auch wenn es von außen nicht den Anschein hat, aus vielen Muskeln und hat ihren Ursprung tief unten im Rachen.

Die Zunge ist lang.

Machen Sie sich die Länge Ihrer Zunge bewusst, ihren Ursprung tief unten im Rachen und wie sie weich und weit auf dem Mundboden aufliegt.

Reden, sprechen, singen Sie mit dieser Vorstellung und nehmen Sie wahr, wie sich die Muskelspannung in Ihrem Rachenraum verändert.

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