Den Mund öffnen

Was könnten Sie lassen?

Und: Was können Sie lassen?

Sie können nicht einfach so all das lassen, was Sie eigentlich lassen könnten, weil es überflüssig und parasitär ist.

(Warum das so ist, werden wir noch besprechen.)

Öffnen Sie jetzt einmal Ihren Mund.

So weit Sie können. 

Einfach so Ihren Mund öffnen und wieder schließen.

Einige Male. Mit Bewusstheit.

Und nehmen Sie wahr, ob Sie tatsächlich einfach nur Ihren Mund öffnen oder ob Sie mehr tun, als Sie müssten.

Viele Menschen ziehen, wenn sie den Mund öffnen, auch den Kopf in den Nacken, um, wie sie meinen, den Mund weiter öffnen zu können.

Öffnen Sie Ihren Mund noch einmal einige Male so weit Sie können.

Wie ist’s bei Ihnen? Und wie machen Sie es sonst? 

Einer der Gründe, warum wir nicht nur bloß den Mund öffnen, sondern damit einhergehend oft auch den Kopf in den Nacken ziehen, ist der, dass wir glauben, wir hätten einen Oberkiefer.

Zeigen Sie einmal mit einer Hand (Sie kennen diese Spiele mit Schattenbildern an der Wand), wie Ihr Mund sich beim Sprechen oder Singen bewegt.

Vier Finger und der Daumen.

Was bewegt sich da bei Ihnen?

Nur Ihre Finger, nur der Daumen, Finger und Daumen, die sich aufeinander zu und voneinander weg bewegen, zugleich?

Tatsächlich haben wir gar keinen Oberkiefer.

Nicht alles, für das wir ein Wort haben, gibt es auch.

Wir haben einen Kiefer (der sich in den Kiefergelenken relativ zum Schädel bewegt) und wir haben einen Schädel (in dessen Unterseite die oberen Zähne eingesteckt sind).

Eine Bewegung des Schädels, um den Mund (hier: den Kiefer) weit zu öffnen, ist also gar nicht notwendig.

Machen Sie sich dies einmal mittels Ihrer Hand ganz bewusst.

Der Daumen (der den Kiefer symbolisiert) bewegt sich, die vier Finger (die die Unterseite des Schädels darstellen sollen) bewegen sich nicht.

Spielen Sie dann ein bisschen mit den Bewegungen Ihres Kiefers, Ihres Schädels, indem Sie sie differenzieren.

Öffnen Sie Ihren Mund weit und ziehen Sie gleichzeitig Ihren Kopf in den Nacken.

Einige Male.

Öffnen Sie dann Ihren Mund weit, ohne Ihren Kopf in den Nacken zu ziehen.

Einige Male.

Wiederholen Sie dies im Wechsel einige Male, bis Ihnen ganz klar ist, was Sie tun.

Und wenn Sie mögen, öffnen Sie auch einmal Ihren Mund, indem Sie Ihren Kopf in den Nacken ziehen, ohne den Kiefer zu bewegen.

(So als würden nur die vier Finger sich bewegen und der Daumen nicht.)

Und lassen Sie alles an Spannung los, was Sie loslassen können.

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